Sieben Flaschen Toffelschnaps

Es weiß ja mittlerweile jeder, dass Heavy Metal nicht nur die Musik der Städter ist. Nun, wir (das sind Klaus-Rüdiger, Hans-Jochen, Ulla, Dörthe und meine Wenigkeit namens Satanic Ulrich) leben jetzt schon seit fast vier Monaten in einer alternativen Metal-Kommune in Klein-Wolfl-Wülferude (das ist ganz in der Nähe von Neulen-Ebnat in Schwäbisch-Sibirien).

Zuerst haben wir über Wochen und Monate nur Alternative-Sounds von Metallica und irgendwelchen anderen Bands gehört, weil wir der Meinung waren, dass dies besser zu uns passt. Weil uns dann aber der Sound nicht so gefallen hat, sind wir auf True Metal umgestiegen. Und seit nun Edguy, Manowar, Gamma Ray (und hin und wieder auch die Spice Girls, äh, Poison) aus unseren Boxen quellen, sind wir viel glücklicher. Selbst die Eichhörnchen aus dem Wald nebenan sind jetzt voll zutraulich geworden. Das macht es uns leichter, unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Denn hier aufm Land gibt´s natürlich keinen Job für Langhaarige wie uns. (Man macht nur schnell alle Türen und Fenster zu, wenn wir ins Dorf kommen. Keine Ahnung, warum...) Auf jeden Fall ist die Sozialhilfe hier nicht so besonders hoch, und unser Pulloververkauf reicht auch nicht immer, um täglich frischen Kräutertee und Tofu auf den Tisch zu bringen. Also schleichen wir durch die Wälder und verkaufen gefälschte Fuchsschwänze (von Eichhörnchen) an die Manta-Fahrer, die´s hier noch zuhauf gibt. Auch ansonsten ist es hier fast ohne weiteres möglich, von der Natur zu leben (wenn man keine Hemmungen hat, Baumrinde zu essen). Aber ich schweife ab...

Bevor ich euch jetzt viel zu viel von dem idyllischen Leben zwischen alten Bäumen, alten Häusern und True Metal erzähle (und ihr dann alle hier aufs Land zieht und mit der Ruhe Schluss ist), komme ich lieber noch zu den Anliegen, die wir über euch an die ganze Bangerschaft da draußen richten wollen:

Erstens: Kauft keine Bierdosen, die aus südamerikanischem Alu hergestellt sind. Wisst ihr eigentlich, dass diese aus bis zu 60 Prozent südamerikanischen Aluminium bestehen? Und um dieses Alu herzustellen, benötigt man eine ganze Menge Strom. Unglaublich viel Strom, der eigentlich viel sinnvoller verwendet werden könnte, indem man ihn zum Betreiben von Verstärkern verwendet. Und außerdem werden die Alu-Köche in Südamerika tierisch ausgenutzt, arbeiten 12 bis 16 Stunden am Tag unter den widrigsten Umständen und sterben meist schon, bevor sie 25 Jahre alt sind, weil Alu-Dämpfe das Gehirn kaputt machen. Deshalb: Kein Blut für Alu! Südamerikaboykott! Außerdem sind Pfandflaschen viel umweltfreundlicher und hübsch durchscheinend (Kann man voll gut durchgucken, wenn man´s gegen die Sonne hält. Probiert das mal mit `ner Dose...) Und wenn´s gar nicht anders geht (auf Konzerten oder so), füllt euch den Gerstensaft in faltbare Plastikkanister. Da kann man tolle Dinge draufschreiben, zudem kann man der Nachwelt was Feines hinterlassen, denn die Teile brauchen so knappe 10.000 Jahre, um zu verrotten. Und das wär´ doch echt geil, wenn in ferner Zukunft irgendein cooler Archäologe in Wacken rumbuddelt und dort 10.000 Kanister mit der Aufschrift „Manowar“ oder „Celtic Frost“ findet...

Zwotens: Esst kein Fleisch, das ihr nicht selber getötet habt. Ich weiß, das klingt jetzt rabiat und grausam und passt eigentlich gar nicht zu uns Öko-Metallern hier im Wald. Aber Massentierhaltung ist voll gemein, und wenn ihr weiter in den Supermarkt geht und Massentierhaltungsfleisch kauft, schiebt ihr das Problem nur weg, ohne es zu lösen. Wir verzichten mittlerweile so ziemlich ganz auf Fleisch und essen lieber Tofu und gebackenen Torf. Aber wenn uns doch mal die Gier überkommt, muss eines unserer Hühner dran glauben. Keine Angst: Wir haben die ultra-humane Form des Schlachtens gefunden und setzen den gefiederten Futterbringern kurz mal den Kopfhörer auf (Other Bands play - Manowar kill! Echt wahr!). Und kurz, bevor sie dann platzen, gucken die Hühner ganz glücklich.

Drittens: Frieden, Liebe und Heavy Metal! Erst reden, dann diskutieren, dann lachen, und dann schlagen (aber feste!).

So, das wär´s dann auch schon von uns hier aus dem Wald. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum ihr das Teil online betrachten könnt, weil solche Waldschrate wie wir ja eigentlich keinen Computer geschweige denn Internet-Krimskrams haben. Das stimmt auch. Unsere Stromversorgung reicht gerade, um die Stereoanlage und unsere unverzichtbare Höhensonne zu betreiben. Aber unser Nachbar, der Ogez, hat das alles. Und wir haben ihn gezwungen, euch das Zeugs zu mailen, weil wir der Überzeugung sind, dass ihr das alles unbedingt wissen müßt (der wahre Geist von T.G. Warrior hat es uns während einer Vollmondnacht hinter den alten Eichen und nach sieben Flaschen Toffelschnaps gesagt).

Das wär´s dann auch schon aus dem Ödland, wo man schlechte CDs einfach unter Buchen vergräbt. Deshalb heißt es bei uns:

TORF ZU FALSCHES METALL BEI DEM ZEICHEN DER SCHAUFEL!

Grüße,

Satanic Ulrich & die Jungs & Mädels



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