Der Tod lauert im Aquarium

Heute will ich euch allen mit einem sehr ernsten Thema
auf die Nüsse gehen.
Reden wir also über die Gefahren
des Metalls!

Yeah, der Konsum harter Sounds birgt durchaus die eine
oder andere Gefahr in sich.
Heavy Metal as loud as it
can be ist zwar ´ne geile Sache, aber nicht so sehr
Balsam
für die Hörorgane. Davon kann man echt
Langzeitschäden kriegen (...so wie von
regelmäßigem
Arbeiten...).

Aber der kluge Metaller baut vor. Wir haben hier eine
Kur für soundgeschädigte Ohren entwickelt, die nach
jedem Konzertbesuch (...kettet mich an den Boxen
fest!...) Pflicht ist. Im Sommer schlafen wir einfach
bei offenem Fenster. Schon nach wenigen Minuten ist das
ganze Zimmer voll von miesen Stechmücken. Jetzt zeichnen sich diese Tierchen ja nicht unbedingt durch ihre gewaltige
Größe aus. Um das Pack in einer richtigen Seek &
Destroy-Aktion um die Ecke zu bringen, muss man die
Ohren spitzen und dem widerlichen, feinen Sirren folgen.

Hey, probiert das einfach mal selber aus. Ihr werdet
feststellen, dass nach spätestens drei böse juckenden
Stichen (...mit Toffelschnaps einreiben...) auch das Motörhead-geschädigtste
Hörorgan wieder äußerst sensibel reagiert...

Im Winter ist das nicht ganz so leicht, weil die Stechmücken (...wie alle Zugvögel...)
nach Süden fliegen. Glücklicherweise geht uns aber regelmäßig das Brennholz aus.
Dann ist Dauer-Zähneklappern angesagt (...Schwäbisch-Sibirien heißt nicht umsonst
so...). Dabei entstehen Vibrationen, die für das geschundene Trommelfell so ´ne Art Ganzkörper-Massage sind. Spätestens wenn die Lippen blau anlaufen, das Sputum in der
Nase gefriert und die Frostbeulen im Dutzend billiger werden (...passend beschallt
mit Cinderellas ´Long Cold Winter´...), sind die Ohren wieder fit...

Natürlich macht Metal auch vor dem Rest des Körpers nicht halt. Bangen trainiert zwar Nackenmuskulatur und Kondition, aber dafür wird das Hirn ordentlich durchgeschüttelt. Angeblich kann das zur vollkommenen Verblödung führen, was mir jetzt aber nicht so
ganz vorstellen kann (...denn Oli. P oder die Buben von Pur bangen ganz bestimmt
nicht...). Trotzdem schadet ein wenig Vorbeugen auch hier nicht. Wir empfehlen, das
Hirn mit einem Stoßdämpfer zu schützen. Aus Wissenschaft und Technik wissen wir, dass
sich Flüssigkeiten dazu am besten eignen... Kick it! Nennen wir das Kind beim Namen: Toffelschnaps. Schützt wunderbar, weil er sofort in den Kopf steigt und sich
schützend und sanft wie die Sounds von Lorian um das gebeutelte Denkorgan legt. Hat
allerdings den Nachteil, dass man davon auch ziemlich schnell betrunken wird. Aber
manchmal muss man da einfach durch (...natürlich nur wegen der Gesundheit...).

Eine weitere metallische Gefahr entsteht durch das Outfit. Ketten und Nieten sind ´ne
feine Sache, ganz klar. Aber Vorsicht – die Teile sind aus Metall und folglich schwer.
Es ist nie ein Fehler, auf ein ausgewogenes Styling zu achten. Banger, die
Nietenarmbänder immer nur an einem Arm durch die Gegend schleppen, fordern
Haltungsschäden geradezu heraus. Und wer kann sich nicht an die tragische Geschichte
des True-Metal-Warriors Hansi „Steelmaster“ Z. aus S. erinnern? Besagter Hansi
rutschte letzten Winter auf dem Weg zur Metal-Disco seines Vertrauens aus. Lange
Stunden lag er einsam und verlassen auf der Straße, zog sich Erfrierungen an
empfindlichen Körperteilen zu. Tja, sein Outfit war so schwer, dass er aus eigener
Kraft nicht mehr aufstehen konnte. Deshalb oberste Regel (...vor allem im Winter...)
– niemals overstylen!

Doch nicht nur die sterbliche Banger-Hülle (...sprich: der Körper...) wird von den
Gefahren des Metalls bedroht, sondern auch der Geist. Spätestens seit der Lektüre
solch unsterblicher Klassiker wie „Die okkulte Seite des Rock“ (...HöHöHö...) oder
„Wir wollen nur deine Seele“ (...noch mehr HöHöHö...) wissen wir alle, dass Heavy
Metal sowieso der Gospelsound des Satans ist. Aufruf zur Gewalt, Zerstörung und so
Zeugs inklusive.

Ich halte handelsübliche Radios diesbezüglich allerdings für viel gefährlicher.
Hey – wenn so ein Ding bei uns aufm Hof eingeschaltet wird und Chart-Sound vor sich
hin dudelt, überkommt uns alle immer ein ganz schrecklicher Anfall von
Zerstörungswut. Meist enden diese Exzesse dann mit dem Tod des Radios...

Außerdem steht in einem der erwähnten Büchlein die Story von dem Kerl, der um
Mitternacht sein KISS-Poster angebetet hat. Angeblich fing das Teil an zu glühen,
und der olle Gene wackelte ganz doll mit der Zunge. Als KISS-Fan der ersten Stunde
musste ich das natürlich auch gleich ausprobieren. 13 Nächte hintereinander hab ich
mir um die Ohren geschlagen, aber mein Poster wollte und wollte einfach nicht glühen.
Was mach ich nur falsch? Vielleicht sollte ich mal ´nen Hunni auf das Bildchen legen.
Für Geld tun Paule & Co. doch alles...

Kommen wir zur Geschichte mit dem „Backward-Masking“... Weil wir´s wirklich mal
wissen wollten, spielten wir das steinzeitliche ´Stairway To Heaven´ komplett
rückwärts ab. Wenn da wirklich irgendwelche teuflischen Formeln drauf sein sollen,
dann in irgendeinem altbabylonischen Dialekt. Man versteht kein Wort. Dafür ist die
Platte jetzt total zerkratzt. Also macht das zu Hause bloß nicht nach. Wenn ihr mal
Bock auf irgendwelche Evil-Satan-Trullala-Parolen habt, hört euch doch einfach die
alten Bathory, Venom, Dimmu Borgir und wie sie alle heißen vorwärts an. Okay, vom
Text versteht man meist ebenfalls kein Wort, aber man kann´s wenigsten auf dem
Beiblatt mitverfolgen. Falls man schon lesen gelernt hat, was in der Fan-Altersgruppe
dieser Kapellen nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann.

Noch ´ne Anmerkung für die Schwarzwurstler unter euch: Aus Insider-Kreisen wurde uns zugetragen (...Höllen-Karlchen hat´s erzählt...), dass auch bei ´Enter The Eternal
Fire´ Backward-Masking betrieben wurde. Wenn man den Song rückwärts spielt, wird aus
dem Text das Vaterunser (...natürlich in Latein...).

Auch verführt zuviel satanisches Metall immer wieder zu schrecklichen Ritualmorden
und rätselhaften Todesfällen. Ein Kumpel von mir hat doch tatsächlich nach dem Genuss
eines Mercyful-Fates-Albums seinen Goldfisch in die Hölle gejagt. Er behauptet zwar
bis heute, dass er völlig vergessen hätte, den Fisch beim Wechseln des Wassers
rechtzeitig zu evakuieren, aber er stand bestimmt unter dem höllischen Einfluss von
King Diamond. Von meinem Hamster, neben dessen Käfig nur für eine Minute eine
W.A.S.P.-LP lagerte, brauch´ ich wohl gar nicht erst anzufangen (...das arme Tier
starb drei Jahre später ohne erkennbaren Grund...).

Dann warnte mich auch unser Herr Pfarrer neulich noch vor dem satanischen Sog des Hartwurst-Sounds. Ein paar Jährchen bevor wir in die Gegend kamen, hat doch
tatsächlich ein Mädel hier mal Heavy Metal konsumiert. Schon nach den ersten paar
Songs wurde aus dem keuschen Kind des Ödlands ein sexgieriger Vamp. (...Leider wollte
mir der Kirchenmann nicht verraten, welche Platte sie gehört hat...)
Sie zog fort aus Schwäbisch-Sibirien. In einer großen Stadt führt sie nun ein Leben
in Sünde (...ihre Adresse wollte er mir natürlich auch nicht geben...), statt zu
heiraten und glücklich lächelnd am Herd angekettet einen Kuchen nach dem anderen zu
backen, jeden Tag fünfmal das gesamte Haus zu feudeln (...die Kette ist lang genug;
wie diese Telefonkabel, die vom Klo bis auf den Dachboden reichen...) und nebenbei
ein Kind nach dem anderen zu kriegen (...wie sich´s gehört...).

Als letztes bleibt mir jetzt nur noch, euch vor der schlimmsten Gefahr des Metal-
Sektors zu warnen. Die ist so grausig schlimm, dass einem die Haare ausfallen.
Die Zehennägel rollen sich auf, Blutgefäße platzen wahllos, Eiter quillt aus Ohren
und Nase, der Magen rebelliert, auf der Haut bilden sich nässende Abszesse, die
Potenz lässt nach, man wird blind, und der Stuhlgang verlässt unkontrolliert den
Körper. Was das für eine grausige Sache ist? Ganz klar – der Konsum von falschem
Metall. Schließlich heißt es nicht umsonst:

Torf zu falsches Metall bei dem Zeichen der Schaufel!




impressum: bangers books * bücher zum kopfschütteln * wilhelmshöfe 19 * 79346 endingen * 666@bangersbooks.de